Gedanken zum Monatsspruch November 2025 – Von Andreas Spierling
„Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verwirrte zurückbringen, das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.“ (Hesekiel 34,16)
Das ist eine klare Ansage: „Ich will!“ Kinder versuchen häufig, damit ihren Willen durchzusetzen. Das kann ganz schön nerven.
Aber was ist, wenn Gott sagt: „Ich will“? Das ist unumstößlich und steht oftmals im Gegensatz zu den Handlungsweisen anderer. Im Umfeld des Monatsspruches geht es um Hirten, die ihre Herde vernachlässigen und sich selbst feiern. Sie haben mit sich selbst genug zu tun und genügen sich in ihrem Miteinander. Sie suchen nicht die Verirrten, sie überlassen die Verwundeten und Kranken sich selbst und lassen die Schwachen und Randfiguren einfach stehen und liegen.
Diejenigen, die Verantwortung tragen, versagen. Es gibt kein Vertrauen mehr, nur noch Rat- und Hilflosigkeit.
Darum greift Gott ein: Er will im Gegensatz zu den schlechten Hirten die Schafe auf sichere Weiden führen, sie beschützen und bewahren. Er will suchen, zurückbringen, heilen und stärken. Gott überlässt uns nicht unserem Schicksal. Er ist immer und überall da.
Während einer Konfirmandenfreizeit in Winterberg hatte sich ein Schaf in einem Rohbau in der Nähe unseres Freizeithauses verirrt. Am nächsten Morgen war es verschwunden. Als wir später einen Schäfer trafen, sprachen wir mit ihm darüber. Er sagte: „Ein verirrtes Schaf ist gefährlich für den Straßenverkehr und die Mountainbiker. Wenn da einer einen Unfall baut, muss ich dafür aufkommen. Das kann ich nicht. „Es wird zum Abschuss freigegeben.“
Rein pragmatisch betrachtet war das für den Schäfer konsequent.
Ich war schockiert, denn das Bild vom guten und fürsorglichen Hirten bekam einen Riss. Aber dann wurde mir in diesem Kontrast etwas klar: Unser Gott gibt niemanden zum Abschuss frei.
Durch Jesus durfte ich erfahren, dass er sucht, heilt, schützt und in die Arme nimmt, damit ich leben kann. Dies ist eindrücklich in Lk. 15,3–7 in der Geschichte vom gefundenen Schaf nachzulesen.