Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2025 – von Karlheinz Pause
„Jesus Christus spricht: Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ (Lukas. 17,21)
Das war damals Jesu Antwort auf die Frage der Pharisäer: „Wann und wie und wo kommt das Reich Gottes?“ Aber wen interessiert diese Frage heute eigentlich noch? Ist sie nicht meilenweit entfernt von dem, was uns aktuell beschäftigt? Wann kommt der wirtschaftliche Aufschwung, wann die Wende am Arbeitsmarkt?
Aber das Reich Gottes? Der Glaube an Gottes Ewigkeit spielt für immer weniger Menschen eine Rolle. Doch es macht keinen Sinn, wenn wir den Gedanken an das Ende der Welt an den Rand schieben oder gar ängstlich ausblenden. Wir können in der Gegenwart nur sinnvoll handeln, wenn wir uns im Blick auf zukünftige Ereignisse gut vorbereiten und darauf hinarbeiten.
Jesus sagt aber an dieser Stelle weiter, dass wir das Reich Gottes nicht beobachten können wie eine Sonnenfinsternis oder wie Gewitterwolken. Es lässt sich auch nicht festmachen wie Termine im Kalender. Das Reich Gottes ist mitten unter euch, mitten im Alltag. Wo es bei euch anfängt und wann es bei euch beginnt, entscheidet sich in euren Herzen und im Umgang miteinander. Es hängt vor allem davon ab, ob ihr an mich glaubt.
Das Gottesreich ist da, mitten unter uns, in Jesus Christus. Es fängt dort an, wo Menschen ihn als ihren gekreuzigten und auferstandenen Herrn anerkennen, bezeugen und in seinem Namen zur Gemeinschaft miteinander finden. Oft entzieht sich das allen menschlichen Blicken. Es ist allenfalls indirekt zu erkennen, wenn wir uns von der Liebe Jesu zu uns bestimmen lassen und diese Liebe an andere Menschen weitergeben.
Wer sich zu Jesus bekennt, sieht das Reich Gottes nicht erst in ferner Zukunft, sondern schon hier und heute. Und zwar nicht in revolutionären Kraftakten sondern als kleine Pflänzchen, die gepflegt und umsorgt werden müssen, und in gemeinsamen kleinen Schritten, die wir im Miteinander einüben müssen. Da ist sicher noch genug für uns zu tun, bis unser Herr Jesus wiederkommt und das Reich Gottes zur Vollendung führt.
So lasse unser Herr uns erleben, was er uns zugesagt hat:
Bei uns zu sein mitten in Angst und Unsicherheit.
Zu uns zu stehen mitten in Ausweglosigkeit und Verlassenheit.
Uns zu trösten, wenn wir bekümmert sind.
Unsere Sorgen sich zu Herzen nehmen, was immer uns belastet.
Uns wachsendes Vertrauen zu schenken mitten in den Widersprüchen unseres Lebens.