Gedanken zum Monatsspruch im Februar 2026 von Margrit Göllner
„Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat“. Deuteronomium 26.11
Dieser Bibelvers spricht mich auf eine sehr persönliche Weise an, insbesondere wenn ich an unsere regelmäßigen Besuche in Taizé zurückdenke. Dort habe ich immer wieder erfahren dürfen, dass die Aufforderung „fröhlich zu sein“, eine Haltung der inneren Freude beschreibt, die nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern vor allem eine Herzensentscheidung im Vertrauen auf Gottes Zusage an uns ist. Freude in jeglichen Lebensumständen zu finden bedeutet für mich, auf die alltäglichen, kleinen Segnungen zu achten: auf das Lächeln eines anderen, einen Satz oder eine Textzeile, die nachhallt, ein Lied, das ein Wohlgefühl auslöst und mich durch den Tag begleitet, Momente der Stille, die innere Spannung lösen und den Blick wieder frei werden lassen. Die klare, fast spürbare Präsenz von Gottes Nahbarkeit in Taizé hat mir auch in schweren Momenten die Gewissheit beschert, dass Freude nicht immer ein lautes, euphorisches oder nach außen gewandtes Gefühl sein muss, sondern dass sie eine Haltung der wohlwollenden Stetigkeit bedeutet, die für mich persönlich oft nur in der Stille oder in gemeinsamen Momenten des Innehaltens zu finden ist.
Eine gelebte Gemeinschaft vor Ort – ob innerhalb der eigenen Familie oder gemeinsam mit Freunden -, in der jegliche Gemütszustände geteilt werden und die innere Ausgeglichenheit gemeinsam wiederentdeckt werden kann, ist für mich ein wesentlicher Ankerpunkt in einer Welt, die oft von Hektik und medialer Ablenkung geprägt ist.
Der Begriff Familie hat für mich in dem Kontext auch eine weitere Bedeutung: Wir dürfen eine Familie im Glauben sein. Dadurch sind wir miteinander verbunden, unabhängig von Herkunft, Sprache oder Kultur. Diese Verbundenheit mit anderen, das Erkennen und Teilen von Freude, von Dankbarkeit über die eigenen Gaben und Zuwendungen, der Austausch und das Gebet, hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die guten Dinge im Leben zu feiern – nicht nur im engsten Familienkreis, sondern als Teil einer größeren Gemeinschaft, die unter Gottes Gnade steht.