[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Hallo Annemarie, nun bist du mit deiner Familie bereits über drei Monate in Bergneustadt. Wie habt ihr euch eingelebt?
Wir sind durchweg herzlich empfangen worden und haben uns gut eingelebt. Ich kann mich kaum an Schwierigkeiten erinnern. Meine jüngeren Kinder haben inzwischen neue Freunde gefunden und meine älteste Tochter ist im Berufsbildungswerk in Neuwied angekommen, wo es ihr gut gefällt.
Das Bergische ist ja als Regenloch bekannt, wie man besonders Ende 2017 gesehen hat. War das eine Umstellung?
Ein bisschen schon, in Sachsen ist das Wetter etwas stabiler und trockener. Das stört mich aber nicht. Ich mag Regen und finde auch trübe Tage nicht als bedrückend. Aufgewachsen bin ich im Lausitzer Bergland. Dort ist die Landschaft ähnlich wie hier – bergig mit Steinbrüchen und Talsperren.
Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?
Es ist ein bisschen schwierig, das auf drei Dinge zu reduzieren. Für meine Familie auf jeden Fall, für meine Freunde und generell die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Und dafür, dass ich in einem christlichen Haushalt aufgewachsen bin. Der Glaube an Gott hat mich von klein auf begleitet, ist eine entscheidende Basis meines Lebens und hat mir immer Halt gegeben. Ich bin natürlich noch für viel mehr dankbar.
Wie haben deine Eltern deine Berufswahl beeinflusst?
Meine Eltern haben sich gewünscht, dass ich Kirchenmusikerin werde, und mich entsprechend unterstützt. Ich bin mit Musik aufgewachsen, hatte früh Klavierunterricht, sang in der Kurrende (Das ist die sächsische Bezeichnung für evangelische Kinderchöre. Ursprünglich ein armer Knabenchor der von Haus zu Haus zog, um sich Geld zu „ersingen“). Ich habe mit 16 Jahren meinen ersten Gottesdienst gespielt und mit 17 Jahren den Posaunenchor meiner Gemeinde übernommen. Ich war in einer Jugendband, natürlich auch im Kirchenchor und habe zahlreiche Singe- und Bläserrüstzeiten besucht. Ich sehe diesen Beruf schon als meine Berufung an. Alternativ hätte ich gerne Mathematik studiert. Mathematik und Physik haben mich während der Schulzeit sehr interessiert und fielen mir auch leicht.
Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Besonders Spaß macht mir, wenn etwas gelingt. Wenn nach längerem Üben an der Orgel ein Stück klingt und funktioniert. Oder noch mehr beim Chor, wenn nach einer Weile proben mit den einzelnen Stimmen plötzlich ein schöner Klang entsteht und ich erlebe, wie die Leute singen und dieses Stück, das vorher nur in Form von Noten vorlag, zum Leben erwacht. Und zwar ganz individuell durch die konkreten Sängerinnen und Sänger, die ich gerade vor mir habe, die Musik und Text mit ihrer Persönlichkeit anreichern und dann zum Klingen bringen. Das sind die schönsten Momente.
Was sind deine nächsten Projekte?
Für die Kinder ein Musical, „Emmaus“, das in der ersten Osterferienwoche eingeübt und Ostermontag im Gottesdienst im GCH aufgeführt werden wird. Der Gospelchor gestaltet als nächstes eine Passionsandacht – wieder gemeinsam mit einem Jugendprojektchor – und später einen Ostergottesdienst. Ich habe auch ein Gospelkonzert angedacht. Voraussichtlich wird es im Januar 2019 stattfinden. Die Bläser haben ein umfangreiches Programm, Einsätze in Gottesdiensten, zu einer Passionsandacht und im April ein Konzert mit Bläsermusik und Orgelmusik. Die Kantorei beginnt demnächst mit den Proben für das Mozart-Requiem am 24.11.2018. Wir freuen uns über Gastsängerinnen und -sänger – der Probenplan ist auf unserer Homepage zu finden. Für mich persönlich beginnt jetzt auch die Einarbeitung in das Kreiskantorat. Zu meinen Aufgaben wird die Organisation der kirchenmusikalischen Grundausbildung und der C-Ausbildung im Kirchenkreis gehören. Das muss natürlich inhaltlich geplant und auch zeitlich gut koordiniert werden!
Wenn du drei Wünsche frei hättest: Welche wären das?
Ich bin ein ziemlich zufriedener Mensch. Ein großer Wunsch wäre, ausreichend Zeit zwischen den beiden Sonntagsgottesdiensten zu haben, damit ich den ersten Gottesdienst entspannt zu Ende bringen und eventuell noch ein Wort mit den Besuchern reden kann. Dann möchte ich ohne Hektik (gern zu Fuß) zum zweiten Gottesdienst gelangen und dort auch die Mitarbeitenden begrüßen, gemeinsam ein Rüstgebet sprechen und mich mental auf meinen Dienst einstellen. Außerdem wünsche ich mir noch eine Tür zu meinem Arbeitszimmer – sie soll aber nächste Woche eingebaut werden!
Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Ich habe meinen Mann gefragt – andere können einen oft besser beurteilen. Er meinte: zuverlässig, effizient und musikalisch.
Bist Du eine Frühaufsteherin?
Wann ist man eine Frühaufsteherin? Ich würde nicht bis zum Mittag schlafen. Aber bis acht Uhr finde ich sehr angenehm.
Lieblingsfarbe?
Ganz klar: rot.
Lieblingsessen?
Ich bin eher für vielfältiges Essen. Ich habe kein spezielles Essen, das ich besonders mag.
Lieblingstier?
… habe ich keins.
Lieblingsbuch?
Kein spezielles. Ich lese viel, gern in Richtung Psychologie, Pädagogik und Theologie, sowie andere Religionen. Im Moment interessiere ich mich auch für Bücher über meine neue Heimat.
Treibst du Sport? Wenn ja, welche Sportart?
Ich bewege mich gern an frischer Luft und das so alltagstauglich wie möglich. Ich versuche, alle Strecken unter zwei Kilometern zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Gerne lasse ich mich von Gunild Schüttler mit auf ihre Hunderunden nehmen und mir schöne Wanderwege zeigen. Auch allein erkunde ich Wanderwege. Ich war inzwischen schon dreimal auf dem Knollen – einmal sogar bei trockenem Wetter! Ich pilgere in Etappen den ökumenischen Jakobsweg, der in Görlitz beginnt. Letztes Jahr habe ich Erfurt erreicht (das sind ca. 300 km) und ich werde dieses Jahr von da aus weitergehen. Außerdem mache ich einige Yogaübungen. Ich mag nichts, was mit Wettbewerb zu tun hat, denn ich halte mich für eher unsportlich. Ich bin weder besonders geschickt noch zielgenau, für jeglichen Mannschaftssport ungeeignet.
Gibt es etwas, das du an dir ändern möchtest?
Ich möchte auf jeden Fall immer wieder Neues lernen, Herausforderungen annehmen, Dinge ausprobieren und neue Erfahrungen machen. Den Charakter ändern zu wollen, ist vermutlich eher aussichtslos.
Hast du Geschwister?
Ja, ich bin die Älteste von fünf.
Wohin möchtest du mal in den Urlaub fahren?
An den Baikalsee.
Liebe Annemarie, vielen Dank für das nette Gespräch.
Das Interview führte Björn Werkshage[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]