Besuch des Salvatorchores vom 25.–28.10.2019

[vc_row bottom_padding=“20px“][vc_column width=“1/1″][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/3″][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/3″][minti_button link=“https://impulsgemeinde.de/wp-content/uploads/2019/12/Vortrag-von-Dusan-2.pdf“ target=“_blank“]Vortrag Dušan Kučera[/minti_button][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Zum zweiten Mal konnte die Kantorei den Prager Salvatorchor in Bergneustadt empfangen; zusammen mit den beiden Besuchen in Prag die fünfte Begegnung der beiden Chöre und die erste unter Leitung von Annemarie Sirrenberg. Sie hatte nach ihrer Anstellung gleich eingewilligt, die unter Hans Wülfing begonnenen Begegnungen weiter durchzuführen. Mit Hilfe des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Initiative Kirchenmusik in Bergneustadt konnte die Reise ermöglicht werden, die sich sonst viele Prager Chormitglieder nicht hätten leisten können.

Am Freitagnachmittag begann es mit Tische-Rücken und Podeste-Schleppen im Gemeindehaus. Dann fand sich ein gar nicht so kleines Grüppchen beim Hotel Phönix ein, um die Ankommenden zu begrüßen. Durch eine lange Fahrt mit zusätzlichem Stau ermüdet, trafen die Prager gegen 21:00 Uhr ein. Beim Abendessen wurden erste neue Kontakte geschlossen und ältere aufgefrischt.

Am Samstag unternahmen wir gemeinsam einen Ausflug nach Altenberg in bester Laune und bei strahlendem Sonnenschein. Und zu aller Freude waren die beiden Busparkplätze direkt am Restaurant, speziell ausgehandelt von Jürgen Vogt, auch tatsächlich frei. Danach konnte nichts mehr schiefgehen; Jürgen fiel ein Stein vom Herzen. Frank Stinder führte uns die Domorgel vor mit Musik von Sweelinck und Hermann Schröder; mächtig im Klang z. B. auch durch das besondere Register der spanischen Trompeten. In drei Gruppen erfuhren wir vieles über Geschichte und Ausgestaltung des Altenberger Doms. Dieser wurde durch preußische Verordnung ab dem 19. Jahrhundert und wird bis heute abwechselnd für katholische und evangelische Gottesdienste genutzt. Zu einem ökumenischen Austausch hat dies bislang leider kaum geführt; die Führerin meiner Gruppe äußerte jedoch Hoffnungen auf mehr durch einen neuen Geistlichen.
Nach dem Mittagessen in Altenberg folgte nach einer kleinen Pause die erste Probe in der Altstadtkirche. Bei Mozarts Requiem mussten zwei Chöre zusammenfinden, die das Werk beide gut konnten, jedoch deutlich verschiedene Gewohnheiten beim Tempo und besonders den Vokalfärbungen zeigten („Kürie“ oder „Kiriä“). Auch die -t- und -s-Laute am Wortende brauchten eine Weile, bis sie schön gleichzeitig kamen. Die Anweisungen der Chorleiterin wurden getreulich ins Tschechische übersetzt.

Abends erschienen einige Kantoreimitglieder im Phönix zum Zusammensein mit dem Salvatorchor. Wie schon früher erlebt, packten drei Prager ihre Gitarren und Liedersammlungen aus, und es wurde ein Lied nach dem anderen angestimmt. Dieses Singen gab wieder Anstöße für Gespräche, und nach und nach stellte sich heraus, dass recht viele Prager englisch und manche auch gut deutsch sprechen können. Viele Lieder wurden auf Tschechisch gesungen, obwohl sie eigentlich aus Amerika stammten – das soll mit der Vergangenheit vor dem Mauerfall zusammenhängen, als englische Texte von der Obrigkeit nicht erwünscht waren.

Am Sonntagvormittag probten wir nochmals in der Kirche und trafen uns nach einer etwas längeren Ruhepause wieder zum Kaffee und anschließendem Konzert. Da die Altstadtkirche sehr gut besetzt war, konnte der jeweils nicht aufführende Chor nur vom Gemeindesaal aus lauschen; manche schlichen sich auch außen herum von hinten in die Kirche, um mehr mitzubekommen.[/vc_column_text][minti_gallery ids=“21424,21425,21426,21427,21428,21429,21430,21431,21432,21433,21434,21435,21436,21437,21438,21439,21440,21441,21442,21443,21444,21445,21446,21447,21448,21449,21450,21451″ columns=“3″ style=“2″][minti_spacer][vc_column_text]Der Salvatorchor ließ Werke von Antonín Tučapský und Zdeněk Lukáš erklingen; zwei tschechische Komponisten des 20. Jahrhunderts, deren Stücke dennoch durch schön verschmelzende Wohlklänge erfreuten. Die Kantorei hatte sich neben zwei Schütz-Sätzen und einem gemäßigt modernen Satz für Männerstimmen auch eine Komposition von Enjott Schneider über das Lied „Verleih uns Frieden“ vorgenommen. Hier musste das „Da pacem“ in dissonanten Klängen schnell wiederholt und immer lauter werden – ein Ausdruck der dringenden, ja verzweifelten Bitte um Frieden. Diese ungewohnte Chormusik konnte erst einen Teil der Kantorei – und hoffentlich auch einige Zuhörer – für sich gewinnen, stellt aber nach Meinung der Berichterstatterin eine interessante Erweiterung des Repertoires dar.

Im nun folgenden Vortrag entwickelte Dušan Kučera, Hochschullehrer in Prag, in sieben Abschnitten seine Sicht der Theologie des Kreuzes im Gegensatz zur Theologie des Erfolgs. Er warb dafür, der Theologie des Kreuzes wieder mehr Bedeutung zu geben und erläuterte den Symbolgehalt des Kreuzzeichens: die Vertikale als Gegenüber Mensch – Gott und die Horizontale als Gegenüber Mensch – Mensch. Im Zentrum, der Kreuzung, steht Jesus als Mensch und gleichzeitig Sohn Gottes.

Über seinen Vortrag konnte das Publikum weiter nachdenken und dabei zwei Sätze (Andante und Allegro) aus der Sonate d-moll von Willem de Fesch, dargeboten von Jan Kravárik (Fagott) und Lukáš Vendl (Orgel) hören.
Als krönender Abschluss folgte ein Teil des Requiems von Mozart mit Orgel- statt Orchesterbegleitung. Die beiden Chöre hatten zu einer Einheit zusammengefunden, und es war ein besonderer Genuss, inmitten dieses erweiterten Klangkörpers Mozarts Musik zu erleben und mitzugestalten. Menschen mit zwei verschiedenen Muttersprachen sangen lateinische Texte – eine verbindende europäische Aktion, aber noch stärker verbunden durch die Wirkung der Musik.

Auch die Solistengruppe war mit Kateřina Reijlková, Marie Vojáčková, Martin Weishaupt und Frank Stinder auf zwei Nationen verteilt und fand doch zu einem wohlklingenden Ganzen zusammen.
Auf die Anstrengung der Aufführung folgte das Feiern bei Essen und Trinken, Gesprächen und Gesang. Trotz der Sprachbarrieren werden die Kontakte zahlreicher, und manche/r, der/die beim letzten Mal noch mehr zuhörend dabeisaß, wagte sich diesmal etwas mehr ins Gespräch mit den ausländischen Chorkollegen. Der Aufbruch schien allzu früh, und auch am nächsten Morgen kam eine große Abordnung der Kantorei, um zum Abschied zu winken. „Auf Wiedersehen in Prag!“

Vielen ist für diese wunderbare Begegnung zu danken. In Bergneustadt sind das vor allem unsere Kantorin Annemarie Sirrenberg und das Organisationsteam um Jürgen Vogt bzw. der Initiative Kirchenmusik in Bergneustadt. Wichtige Verbindungen zum tschechischen Chor stellte das unersetzliche Ehepaar Dolezel her, und in Prag sind die Chorleiterin Marie Vojáčková sowie Karel Snášel besonders zu nennen. All diese und manche mehr haben es geschafft, dass die Gäste sich bei uns wohlfühlten. Ihr Schlusswort, überbracht von Frau Dolezel, lautete: „Wir sind gern bei euch, weil eure Freundlichkeit von Herzen kommt.“

Marianne Orendi[/vc_column_text][/vc_column][vc_column][/vc_column][/vc_row]